Kung Fu – Mehr als nur Kampfsport

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Kung Fu - Mehr als nur KampfsportFrage: Hallo Markus, was würdest Du sagen was die meisten Leute denken, wenn sie Kung Fu hören?

Kommt man heute auf das Thema Kung Fu zu sprechen entstehen beim Gegenüber häufig Bilder, die meistens geprägt sind von sogenannten Kampfmönchen in orangen Roben, die unglaubliche artistische Bewegungen vollführen oder Trainingssituationen in denen sich die Kontrahenten ohne Rücksicht aufeinander gegenseitig verprügeln.

Aber es geht im Kung Fu doch schon um den Kampf, oder?

Nicht nur. Kampf, Gesundheit und Ästhetik (oder Harmonie) sind die drei Aspekte, die im Training die Rahmenbedingungen für die Kampfkunst bilden.

Hier liegt der Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport: Zum Sport gehe ich, bewege mich eine Zeit lang mehr oder weniger ausgiebig und gehe dann wieder nach Hause. Kampfkunst wirkt sehr viel weiter in deinen Alltag hinein.

Gibt es noch weitere Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen Kampfkunst und Kampfsport?

Gleichberechtigt zum Kampfsport spielt auch in der Kampfkunst die körperliche Fitness eine Rolle. Gleichberechtigt zum Kampfsport spielt auch in der Kampfkunst die körperliche Fitness eine Rolle. Im Kampfsport steht das Training vorrangig als Vorbereitung auf sportliche Wettkämpfe. Damit bewegt sich der Kampfsport hauptsächlich auf der äußeren Ebene, weitestgehend beschränkt auf das Training des Körpers. Die Kampfkunst in ihrem Trainingsanspruch geht aber noch darüber hinaus.

Weiter ist die Selbstverteidigung oder auch die Vorbereitung auf die Möglichkeit einer gewaltsamen Auseinandersetzung ein Teil der Kampfkunst. Nur ist sie hier anders als im Kampfsport neben Anwendungen und Techniktraining ein Teilaspekt des Trainings. All das zählt zu dem Kampfaspekt im Kung Fu.

Der Begriff vom Kampf ist bei den Menschen negativ besetzt und wird in Verbindung gebracht mit Gewalt, Aggression und Krieg. Viele Menschen hält aufgrund der vermeintlich zu erwartenden Aggression im Trainingsalltag diese Vorstellung zu unrecht vom Besuch einer Kung Fu Schule ab.

Doch das Kung Fu Training bietet Euch weit mehr als nur Fitness, den sportlichen Wettkampf oder die Fähigkeit sich im Ernstfall zu verteidigen.

Du hattest schon die Gesundheit angesprochen. Was ist denn damit? Sport ist doch Mord.

Überhaupt nicht. Mit der Gesundheit ist in der Kampfkunst sowohl die körperliche Gesundheit als auch die geistige Fitness sprich Gesundheit gemeint. Neben dem körperlich anstrengenden Training werden im Rahmen der Kampfkunst Techniken und Anwendungen vermittelt, die es Euch ermöglichen auch geistig gestärkt und stabil den Herausforderungen des täglichen Lebens zu begegnen.

Neben den aus den Medien bekannten Übungen aus dem Qi Gong zu Gesundheiterhaltung fördert die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper das Erkennen der eigenen Struktur und die Möglichkeiten, die mir mein Körper mit seiner Beschaffenheit bietet.
Im Kung Fu lernt Ihr mit Eurem Körper zu arbeiten und ihn kennen und schätzen zu lernen.
Ein kleiner Mensch bewegt sich anders als ein Großer, ein stämmiger anders als ein schmaler. Jeder hat seine Vorteile und seine Nachteile.

Kannst Du uns dafür mal ein Beispiel nennen?

Klar, beispielsweise ist die Basis jeder Kampfkunst, auf körperlicher Ebene, ist der stabile Stand in jeder Situation. Ohne Standfestigkeit, der Verwurzelung im Boden, wird jede weitere Technik wertlos. Die Entwicklung eines stabilen Standes funktioniert aber nur, wenn ich die Arbeit auch auf der geistigen Ebene fortsetze. Nur wenn ich darüber nachdenke, was einen guten Stand überhaupt ausmacht und wie ich dies mit meinem Alltag integrieren kann, werde ich bei dieser Aufgabe Fortschritte erzielen. So erarbeitet Ihr Euch gleichzeitig einen festen Standpunkt im alltäglichen Leben.

Der Kung Fu Lehrer wird Dich entsprechend deiner Möglichkeiten fordern und fördern.Welche Rolle spielt dabei dann der Lehrer?

Ein guter Kampfkunstlehrer wird Euch im Rahmen Eurer körperlichen aber auch geistigen Möglichkeiten fördern und fordern. Der Charakter entwickelt sich weiter und wird gestärkt. Es geht in der Kampfkunst – wie vielfach missverstanden – eben nicht darum eine Spagat hinzubekommen, oder wahnwitzige Tritte in der Luft zu vollführen.

Vielmehr könnt Ihr Euch im Rahmen Eurer Möglichkeiten entwickeln und darüber hinaus wachsen.

Und was hat es sich mit der Harmonie (Ästhetik) auf sich?

Eben in diesen Überlegungen liegt der dritte Teilaspekt der Kampfkunst – die Harmonie (Ästhetik).
Der Begriff Kung Fu bedeutet im chinesischen eine Fertigkeit, die durch kontinuierliche Übung erlangt wird. So kann ein Maler beim Führen seine Pinsels Kung Fu erreichen, ebenso wie ein Koch, ein Maurer oder Bauer. Wer schon mal gesehen hat mit welcher Aufwandslosigkeit und Ästhetik ein geübter Bauer seine Wiese mit einer Sense mäht versteht was ich meine.

Wie genau sieht dieses Prinzip dann im Kung Fu Training aus?

Bewegungen und Techniken werden über einen langen Zeitraum hin geübt, bis Ihr die für Euch effektivste, eurem Körper und eurer Konstitution beste und „Aufwandsloseste“ Version gefunden habt. Sei es der gerade Fauststoß oder Rotation im Körper.

Schließlich überträgt sich das Erlernte auch auf das tägliche Leben selbst. Beim öffnen einer Tür oder beim Stehen während ihr auf den Bus wartet. Immer auf der Suche, wie ihr diese Bewegung mit Eurem Körper noch einfacher, effektiver durchführen könnt. So seid Ihr der Idee des Kung Fu schon einen großen Schritt näher gekommen.

Dies bedeutet eben auch eine Auseinandersetzung mit Euch selbst über das eigentliche Training hinaus.
Dann entsteht automatisch Harmonie (Ästhetik) in Euren – auch alltäglichen – Bewegungen.

Der schönste Nebenaspekt des Kung Fu entsteht in seiner Integration in den Alltag.Dann trainiert man Kung Fu 24/7?

Genau, der schönste Nebenaspekt des Kung Fu entsteht in seiner Integration in den Alltag. Kampfkunst wirkt sehr weit in deinen Alltag hinein. Aspekte wie Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Entwicklung von Geduld, Disziplin, Beharrlichkeit werden durch das Training kontinuierlich gesteigert.

Auch wenn gerade nicht viel Platz ist gilt wie im Yoga, dass sich die meisten Übungen des Kung Fu auch auf kleinstem Raum zu Hause durchführen lassen. Darin besteht eben auch die Grundidee des Kung Fu.
Tägliche Übungen zum Erhalt der Flexibilität und Gesundheit.

So wie Kung Fu in China schon seit Jahrhunderten praktiziert wird.

#Gongfuhappy – So simpel ist das.

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